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Policy Lab goes Brüssel – wofür wir wählen

Die Europäische Union, so groß und bunt die Vielfalt ihrer Mitgliedsstaaten, so kompliziert die gemeinsame Koordination in einem überstaatlichen Verbund. Ein einzigartiges Friedensprojekt heißt es, dennoch bleibt die EU auch ein abstrakter Komplex und seltsam entfernt von der eigenen Lebensrealität. Was steht eigentlich hinter dem Ganzen? 

Im April 2019 führte eine Gruppe von Policy Lab ein eher außergewöhnliches Projekt durch: In der letzten Sitzungswoche der aktuellen Legislaturperiode reisten wir mit acht Personen vier Tage lang in die belgische Hauptstadt, um direkt vor Ort die Stimmung zur Europawahl im Mai einzufangen. In Kooperation mit Europe Direct und der LZ war es unser Ziel, die Menschen und Prozesse hinter dem komplexen Geflecht der Europäischen Union besser kennen und verstehen zu lernen. Dafür trafen wir Abgeordnete, Komissionsmitarbeiter*innen und Lobbyist*innen. Wir wollten uns unser eigenes Bild machen – live, hautnah und vor Ort – und diese Erkenntnisse nach Lüneburg tragen, um die Bürger*innen für das Thema Europa zu begeistern. Auf uns jedenfalls ist die Faszination für internationale Atmosphäre und politische Dynamik im „Mikrokosmos“ Europaviertel definitiv übergegangen. Nach insgesamt elf Interviews mitten im „Herzen Europas“, einigen belgischen Pommes und bestimmt viel zu wenig Stunden Schlaf können wir festhalten: Wenn man sich vier Tage lang zwischen Europaparlament, EU-Kommission und Lobbybüros bewegt, fühlt man sich irgendwie als Teil von etwas Großem – ein Rädchen in diesem riesigen EU-Apparat, den wir uns in den letzten Tagen ein Stück weiter erschließen konnten.

Unsere Interviewtage führten uns an verschiedene Stellen in dem sehr konzentrierten Europaviertel, wo wir Menschen trafen, die im Spannungsfeld der EU leben und arbeiten. Wir bekamen Einblicke in die ganz persönlichen Zugänge dieser Menschen zu Europa und konnten uns einen eigenen Eindruck von den komplexen Strukturen und vielfältigen Jobs in Brüssel verschaffen. Egal ob Politiker*in, Kommissionsmitarbeiter*in oder Lobbyist*in, all unseren Gesprächen  waren geprägt von dem Glauben an das „Projekt Europa“ und seine Werte. Obwohl die Arbeit in Brüssel auch den Umgang mit parteilichen oder kulturellen Differenzen umfasst, zeigten unsere Gesprächspartner*innen alle einen starken Willen für eine gelingende Zusammenarbeit.

Was uns schon vor der Reise bewusst war, wurde durch unseren Aufenthalt vor Ort nur noch einmal bekräftigt: Europa ist nicht perfekt, aber es ist alternativlos. Es ist ein Projekt, dessen Gestaltung wir selbst in der Hand haben. Eine Idee, für die es sich zu kämpfen lohnt, um die Umsetzung weiter zu verbessern. Darum gehen wir wählen und hoffen, dass es uns jede*r Europäer*in gleich tut.

 

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