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Brauchen wir mehr Zeug? Oder mehr Zeit?

Unsere Podiumsdiskussion zur Vorweihnachtszeit 2017: Brauchen wir mehr Zeug? Oder mehr Zeit?

Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch: Digitalisierung und Automatisierung greifen um sich, ermöglichen riesige Effizienzsprünge in vielen Lebensbereichen, steigern die Informationsdichte, lassen die Absatzmärkte aufblühen. Doch was macht das mit uns als Menschen? Wie sollen wir in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft umgehen mit dem Effizienzgewinn? Und lässt sich unser Wohlbefinden analog zum materiellen Wohlstand immer weiter steigern – oder haben wir den „Zenit des materiellen Glücks“ schon erreicht, gar überschritten?

Gewerkschaften und SPD forderten im Oktober 2017 die Einführung der 28-Stunden-Woche. In den USA gibt es längst Unternehmen, die durch geringere Arbeitszeiten ihre Produktivität erhöhen konnten. Und auch der Philosoph Richard David Precht erklärte zuletzt öffentlich: „Arbeiten, etwas tun, etwas gestalten – das liegt in der Natur des Menschen. Immer dasselbe zu tun, sein Leben lang, immer acht Stunden am Tag, nicht“.

In einer Podiumsdiskussion hat unser studentischer Verein Policy Lab am 12. Dezember 2017 zum Austausch über diesen Themenbereich einladen.

Zu Gast waren Politiker von FPD und Junger Union, sowie ein Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes, ein Soziologe und ein wachstumskritischer Aktivist. Thematisch ging es ans Eingemachte: Wir sollten das gesellschaftliche Wohlergehen nicht allein anhand ökonomischer Kennzahlen messen – aber gleichzeitig nicht den Fehler begehen, Glück quantifizieren zu wollen. Außerdem hätten die lautesten Weltverbesserer auch den größten ökologischen Fußabdruck und der hohe Stellenwert des Berufs in unserer Gesellschaft sei letztlich sowieso nur sozial konstruiert.

Die fünf Podiumsteilnehmer – aber auch das zahlreich versammelte Publikum – sorgten für kontrovers diskutierte Thesen und Impulse. Einig war man sich bezüglich der Unausweichlichkeit eines Grundeinkommensmodells und der Tatsache, dass mehr Flexiblität bei den Arbeitszeiten her muss. Es sei überdies essentiell wichtig, einen Ausgleich zum Beruf zu schaffen.

Policy Lab bedankt sich bei allen Teilnehmern und Gästen für den aufregenden Abend. Das Format Podiumsdiskussion kommt eben nicht aus der Mode!

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