Policy Lab in Rumänien

„Sondergipfel Flüchtlingsquote“ – Planspiel in Rumänien

Wir wurden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefragt, ob wir nicht Lust hätten mit Studierenden einer rumänischen Universität ein Planspiel zu einem politschen Thema durchzuführen – da haben wir natürlich nicht nein gesagt.

Mit einer kleinen Delegation von zwei Leuten reisten wir für fünf Tage nach Timisoara, um dort mit interessierten, hauptsächlich rumänischen Studierenden der Politikwissenschaft und Germanistik ein Planspiel zum Thema der europäischen Flüchtlings- und Asylpolitik durchzuführen.

Bei der Simulation eines Sondergipfels des Europäischen Rates galt es einen gemeinsamen Weg zu finden, die Länder wurden dabei je durch zwei Studenten vertreten.
Auch die Rolle der Presse war vertreten und hat den Tag folgendermaßen dokumentiert:

„Der heutige Sondergipfel des Europäischen Rates zum Umgang mit der Vielzahl an Geflüchteten endete mit einer Einigung.
Während Belgien sich für eine Aufnahme und für eine gemeinsame europäische Lösung stark machte, plädierten Österreich, Polen und Lettland für eine Regelung auf nationaler Ebene.
Bulgarien sprach sich generell für eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen aus, fordert dafür aber EU-Subventionen. Großbritannien stellte sich komplett quer – sie wollen die Menschen nicht aufnehmen, sondern wieder zurückschicken.
In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass viele Mitglieder mit einer Verteilung der Flüchtlinge mithilfe einer nationalen Quote von 0,5 Prozent einverstanden wären. Doch vor allem Polen und Österreich waren zunächst skeptisch.
Belgien, Bulgarien und Griechenland führten die Idee der 0,5 Prozent Quote weiter aus, trotz dieser nationalen Regelung solle es doch eine starke Absprache zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten geben. Sie versuchten hartnäckig die anderen Mitgliedstaaten Österreich und Polen für ihre Idee zu begeistern, die Kontrollen zu stärken, aber auch die Sicherheit für die Flüchtlinge auf See.
Dabei solle jedes Land durch ein anderes Land kontrolliert werden.
Nach einem intensiven Gespräch gelang es den verständnisvollen belgischen Wortführern sie zu überzeugen und sogar Großbritannien konnten sie für sich gewinnen.
Lettland fühlte sich von seinen eigentlichen Partnern Ungarn und Polen hintergangen und fühlt sich nicht in der Lage so viele Flüchtlinge aufzunehmen und gab zu bedenken, dass sie eventuell gar nicht in dem ihnen zugeordneten Land bleiben wollen.
Belgien forderte hierauf eine Standardisierung der Unterkünfte in allen Mitgliedstaaten.
Lettland wurde für seine Einstellung stark kritisiert und beschuldigt nicht solidarisch zu sein.
Aus Angst aus der EU geschmissen zu werden stimmten sie schließlich zu.
Insgesamt waren alle Länder einverstanden, allerdings gibt es Gerüchte von Korruption in Reihen der polnischen Regierung, die dem Vorschlag der Belgier angeblich nur zustimmten, weil sie im Gegenzug raue Mengen von Schokolade erhalten sollten.“

Dass Lösungen und Kompromisse in der Realität nicht ganz so einfach zu finden sind, dass auch die kleinsten Mitgliedsstaaten eine wichtige Meinung haben, dass die Queen nicht an Sitzungen des EU-Rates teilnimmt und viele weitere Erkenntnisse konnten die Studenten an diesem Tag mitnehmen.
Es hat ihnen sehr viel Spaß gemacht, ebenso wie uns!

Es war eine tolle Erfahrung sich mit internationalen Studierenden auszutauschen und gleichzeitig einige sehr schöne Eindrücke aus einem bis zu diesem Zeitpunkt fremden Land sammeln zu können.

An dieser Stelle noch einmal lieben Dank an den DAAD und alle Leute die uns so herzlich aufgenommen haben!

Weitere Bilder und Eindrücke findet ihr hier: Österreich-Lektorat, Westuniversität Temeswar

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